Was bedeutet das Endes des Windows XP Supports von Microsoft für die GRAFIS-Anwender

Microsoft Windows XP

Im April 2014 (genauer am 8.4.'14) hat Microsoft den Support für das Betriebssystem Windows XP eingestellt. Das bedeutet, daß keine Sicherheitsupdates und Korrekturen mehr ausgeliefert werden. Damit wird XP zu einem leichten Ziel für Angreifer. In Expertenkreisen wird mittlerweile sogar angenommen, daß Hacker im Vorfeld bewußt Sicherheitslücken ungenutzt ließen, um zu vermeiden, daß sie von Microsoft noch bis zum April erkannt und geschlossen werden. Wenn das tatsächlich der Fall ist, droht im Frühjahr 2014 eine regelrechte Angriffswelle auf Windows-XP-Nutzer zuzurollen.

Warum ist XP noch auf so vielen PCs installiert?

Windows XP war das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklungsarbeit bei Microsoft. Es war das erste Betriebssystem, das die Vorteile von zwei System-Philosophien vereinigte: einerseits das bei Anwendern recht beliebte Windows 95/98, das aber technisch noch auf DOS aufbaute und auf der anderen Seite Windows NT, das in technischer Hinsicht sehr modern war (z.B. im Bereich Dateisystem und Sicherheit), aber bei der Benutzeroberfläche noch deutlich hinterherhinkte.

Leider war der direkte XP-Nachfolger Windows Vista recht erfolglos. Optisch war er zwar sehr ansprechend, bei Nutzern hatte das System aber schnell einen schlechten Ruf weg, da es langsam und in vielen Bereichen schlecht durchdacht war. So funktionierte die Suche nur unzureichend und mit längerer Betriebsdauer wurde das System immer langsamer. Außerdem setzte Microsoft ab Windows Vista auf eine neue Treiber-Technik, wodurch viele ältere oder seltene Geräte (wie z.B. Digitizer oder Plotter) nicht mehr genutzt werden konnten. Das führte dazu, daß viele Anwender ihre alten XP-Systeme weiternutzten. Dieser Trend setzte sich dann auch mit Erscheinen der neuen Windows-Versionen 7 und 8 fort, auch wenn gerade Windows 7 mit vielen Problemen seines Vorgängers Vista aufräumte und derzeit als die beste verfügbare Windows-Version für den kommerziellen Einsatz angesehen werden kann.

Kein Support mehr für Windows XP. Was nun?

Die Weiternutzung von XP stellt nach derzeitigem Kenntnisstand ein großes Risiko dar, sofern das Gerät im Internet genutzt wird. Browsen oder der Empfang von Emails werden ab April 2014 ein sich stetig weiter öffnendes Einfallstor für Viren und andere Schadsoftware.

Der einzige Grund, der für eine Weiternutzung sprechen könnte, wäre der Betrieb einer exotischen Hardware, für die es keine Treiber für Windows 7 gibt, oder auch die Nutzung einer älteren Software, wie z.B. Grafis 6, 7 oder 8.

Unser Tip für den Fall der Weiternutzung:

  • Emailprogramm deinstallieren oder sperren
  • Web-Browser deinstallieren oder sperren
  • Datei-Freigaben entfernen
  • ggf. Umstellung auf einen Virenscanner einer Firma, die weiterhin Support für Windows XP anbietet

Im Zweifelsfall ist es am sichersten, den PC komplett vom Netzwerk zu trennen. Daten sollten nur noch von gesicherten Datenquellen kommen (USB-Sticks, die zuvor auf einem aktuellen PC mit aktuellem Virenscanner kontrolliert wurden).

Mit Windows 7 gibt es einen würdigen und ausgereiften Nachfolger als PC-Betriebssystem. Die Grafis-Versionen 9, 10 und 11 können problemlos auf Windows 7 genutzt werden (bei Grafis Version 9 ab V9.11 aufwärts). Sofern nicht alte Hardware oder Grafis-Versionen 8 und älter genutzt werden müssen, spricht nichts gegen eine Erneuerung der PC-Hardware und des Windows-Betriebssystems. Ggf. kann man auch auf älterer Hardware (bis zu 5-6 Jahre) Windows 7 installieren.

Bei älteren Grafis-Versionen kann es unter Windows 7 Probleme geben. Teilweise wird der Dongle nicht mehr erkannt, teilweise gibt es Probleme mit der Speichererkennung. Support für die Nutzung von Grafis V8 und älter wird von uns allerdings nicht mehr gegeben. In diesen Fällen müssen Sie selbst experimentieren bzw. in unserer FAQ nach Hinweisen schauen.

Es spricht aber auch nichts gegen ein Upgrade auf die aktuelle Grafis-Version. Modelle aus alten Versionen können problemlos weitergenutzt werden. Zum Kauf empfehlen wir mind. eine eintägige Upgradeschulung, die wir in regelmäßigen Abständen abhalten.